Antifa Newsletter #6

Wir wollen mit diesem Newsletter einen kleinen (ausgewählten) Rückblick von gelaufenen Aktionen geben, kommende ankündigen, aktuelle Kampagnen vorstellen, kurze Einschätzungen unsererseits zu Entwicklungen der Faschos geben und Empfehlungen bspw. für Texte liefern. Der Newsletter darf gerne weitergeleitet werden. Kritik und Verbesserungsvorschläge gerne an uns direkt per Mail.

 

 

Aktuelle Einschätzungen / Meldungen

Bundestagswahl 2021 & antifaschistischer Widerstand

In ein paar Tagen ist es wieder soweit: Auf der Straße werden uns überall nett lächelnde Menschen von Plakaten aus ansehen und um unsere Stimmen werben, große Töne in diversen Fernsehshows von Leuten, die nichts mit uns und unserem Leben zu tun haben, die ein oder andere gezielte „Provokation“…Herrlich. Dieser Akt, alle zwei-vier Jahre jemanden zu wählen, wird dann auch noch überall als die höchste Bürger:innen-Pflicht verkauft und gilt gemeinhin als großes demokratisches Engagement.

Was ein Zirkus! Echte Veränderung wurde nie von bürgerlichen Parlamenten aus gestartet;

progressive Veränderung entsteht durch Druck auf der Straße – dadurch, dass sich Menschen zusammenschließen und für ihre Interessen stark machen. Ebenso kann wirkliche Veränderung auch nur eine sein, die über die Grenzen dieses Systems hinaus weist und den Kapitalismus mit allem was daran hängt, überwindet.

Wahlen sind hochpolitische Zeiten, in denen allerlei offen (und versteckt) reaktionäre Kräfte auf die Straße gehen und versuchen ihre Themen zu platzieren, zu hetzen, hier und da zu „provozieren“ und so weiter. Daher ist zu keiner anderen Zeit im Jahr so viel AfD-Propaganda öffentlich wahrnehmbar und auch andere Parteien wie die CDU fischen gern in ganz rechten Gewässern. Und das mit Erfolg.

Es besteht gerade nicht die Gefahr eines massiven Stimmen-Zuwachses für die AfD, denn die anderen Parteien von CDU bis Grüne schaffen es ganz gut die von der AfD geforderte reaktionäre Politik – von Abschiebungen über Überwachung bis hin zu allerlei Sozialabbau – in die Praxis umzusetzen. Und das alles in schön verträglichen Häppchen und auch noch so, ohne dabei als „rechtsaußen“ bezeichnet zu werden.

Also keine Aktionen gegen die AfD im Wahlkampf? Selbstverständlich bedeutet es das nicht. Ganz im Gegenteil. Gerade in einer relativen Schwäche der Partei müssen wir sie mit hartem Widerstand konfrontieren und sie weiter schwächen, wo es nur geht. Das heißt: Kein öffentlicher Auftritt, kein rechtes Propagandamittel auf der Straße darf unwidersprochen bleiben!

Und wie oben umrissen: Die relative Schwäche der AfD bedeutet nicht Schwäche der reaktionären Stimmung und des rechten Potenzials insgesamt in diesem Land. Querdenken war hierfür ein eindrücklicher Beweis; ebenso wie die straighte Rechtsentwicklung der restlichen Parteienlandschaft.

Das bedeutet für uns also: Die AfD als diejenige relevanteste Partei mit offen faschistischen Teilen zu bekämpfen, denn sie ist eine unmittelbare Gefahr für jede fortschrittliche Bewegung und für marginalisierte Menschen wie z.B. BPoC oder Andere, die nicht in das widerliche Weltbild der Faschisten passen.

Das bedeutet aber eben auch, dass wir uns nicht Scheuklappen-artig nur auf die AfD beschränken, die die Menschenfeindlichkeit und „Nach unten Treten, nach oben buckeln“ am lautesten fordern, sondern diejenigen miteinbeziehen, die den Rechtsruck auf andere Art und Weise praktisch umsetzen.

Für all das steht die mittlerweile bundesweite Kampagne „antifascist action! Gegen rechte Krisenlösungen“, die wir hier ja auch schon häufiger vorgestellt haben. An dieser werden wir uns also auch in dieser Wahl beteiligen – und du kannst das auch!

„Antifascist action!“ ist eine Mitmach-Kampagne mit Flyern, Texten, Online Material zum runterladen und verteilen, mit Stickern, die man sich bestellen kann, DIY-Videos für allerlei praktische Skills und noch viel mehr.

Check die Website antifa-kampagne.info und lass uns den rechten Wahlkampf 2021 zum Desaster machen! Im Linken Zentrum Lilo Herrmann gibt es allerlei Material der Kampagne in großer Zahl. Sticker, Plakate und auch schicke T-Shirts und Stoffbeutel der Kampagne. Deckt euch ein!

…Und auch das lokale, antifaschistische Bündnis „Stuttgart gegen Rechts“ will Aktivist:innen ermutigen selbst im Wahlkampf gegen Rechts aktiv zu werden; dazu gibt es in Kürze Aktionstaschen mit allerlei praktischem Material wie Sprühschablonen, Flyer, Sticker usw.

Wer Interesse an so einem Aktionskit hat, wendet sich bestenfalls direkt an das Bündnis: mail@stuttgart-gegen-rechts.de

 

 

Findus im Knast

Der Antifaschist Findus sitzt seit dem 19. Juli in der JVA Ravensburg hinter Gitter. Und das für 2,5 Jahre. Verurteilt wurde er für verschiedene antifaschistische Aktionen; hauptsächlich Auseinandersetzungen mit Faschisten oder Gerangel mit Cops. Die Repressionsbehörden haben im Prozess von Anfang an klar, dass sie ihn sitzen sehen wollen, was sie dann auch schließlich umgesetzt haben.

Findus ging stellvertretend in den Knast für eine kämpferische, antifaschistische Bewegung in dieser Stadt und der Region, die ihre Mittel anhand der Notwendigkeit, Effektivität und Vermittelbarkeit wählt und nicht anhand irgendwelcher Gesetze, an die sich nicht einmal diejenigen halten, die sie hoch und runter predigen oder durchsetzen sollen.

Demnach halten wir es für sehr wichtig, den Genossen zu unterstützen und ihm auch nach diesem schweren Rückschlag den Rücken zu stärken. Wir halten als gesamte Bewegung nicht nur auf der Straße zusammen, sondern auch bei Repression – ja, wenn es so weit kommt, auch im Knast.

Schreibt dem Genossen Briefe (Einfach an die Rote Hilfe Stuttgart schicken, die leiten es dann weiter) und vor allem: Macht weiter in seinem Sinne; lasst euch nicht einschüchtern und unterkriegen! Alle zusammen gegen den Faschismus!

Mehr Infos:

https://aabstgt.wordpress.com/2021/07/04/findus-muss-bald-hinter-gitter/

https://antifaheisstzusammenstehen.wordpress.com/

 

 

Esther Bejerano – Rest in Power!

Am 10. Juli verstarb die jüdische Antifaschistin Esther Bejerano mit 96 Jahren. Esther war Auschwitz-Überlebende und hat sich bis ins hohe Alter politisch und kulturell engagiert, um die Erinnerung an die furchtbaren Taten der Faschisten lebendig zu halten. Sie klärte regelmäßig junge Menschen auf und bezog immer und überall klare Position für einen konsequenten Antifaschismus. Wir hatten die Ehre sie 2019 bei einer Gedenkfeier am Jahrestag der Pogromnacht in Cannstatt kennen zu lernen. Die unglaubliche Kraft, Klarheit und Überzeugung dieser schon damals sehr alten und kleinen Frau hat uns sehr berührt und angespornt und sollte für alle Antifaschist:innen ein Vorbild sein!

Wir gedenken Esther Bejerano – Rest in Power!

 

 

Berichte

Überregionale Antifa-Demo in Freiburg [24.07.2021]

Wir beteiligten uns am 24. Juli an der überregionalen Demonstration in Freiburg anlässlich der jüngsten faschistischen Angriffe. Die Kampagne „antifascist action!“ hat dazu einen kurzen Bericht geschrieben, den wir hier spiegeln möchten:

Rund 700 Antifaschist:innen aus Baden-Württemberg, der Süd-Pfalz und der nahegelegenen Schweiz beteiligten sich am 24. Juli 2021 an einer kämpferischen und selbstbestimmten antifaschistischen Demonstration in Freiburg. Die überregionale Demonstration war Teil einer notwendigen Antwort auf zwei rechte bzw. faschistische Übergriffe in Freiburg Anfang Juni diesen Jahres. Am 12. Juni hatte der Faschist Robert Hagerman drei Menschen mit einem Messer und Pfefferspray angegriffen und einen von ihnen schwer verletzt. Am gleichen Tag kam es zudem zu einer rassistische Hetzjagd, an der sich auch zwei hochrangige Beamte der Freiburger Polizei beteiligten. Bereits eine Woche nach den Angriffen hatte es eine antifaschistische Demonstration gegeben, an der sich damals etwa 350 Menschen beteiligten. Mehr zu den Ereignissen und Hintergründen findet sich hier: 1 | 2 | 3

Zur überregionalen Demonstration am 24. Juli in Freiburg hatten unter dem Motto „Kein Angriff ohne Antwort“ ein spektrenübegreifendes Freiburger Bündnis aus der antifaschistischen Bewegung, der radikalen Linken und autonomen Kreisen aufgerufen. Antifaschistische Gruppen aus Tübingen, Stuttgart, dem Rems-Murr-Kreis, Karlsruhe, Villingen-Schwenningen und Landau hatten zusätzlich mit einem Aufruf unter dem Motto „Antifaschistischen Selbstschutz organisieren – Rechte Angriffe zurückschlagen!“ zur Beteiligung aufgerufen.

Mehrere organisierte Zug- und Autoanreisen ergänzten so die Freiburger Mobilisierung, sodass letztlich mehrere hundert Menschen zur Auftaktkundgebung am Rathaus im Stühlinger zusammen kamen.Mit einer Spontandemonstration ab dem Bahnhof zogen ca. 120 Antifas zum Ort der Auftaktkundgebung. Nach einer kurzen Kundgebung zog der unangemeldete Demonstrationszug dann die ersten Meter in Richtung Haslach, wurde jedoch von Hundertschaften der Polizei vorerst gestoppt. Die konfrontative Haltung der Freiburger Polizei setzte sich im Verlauf der Versammlung fort, mehrfach stoppten die Cops die Demo wegen buntem Rauch und hinderten sie daran, am Wohnhaus des Nazis Hagerman vorbeizuziehen. Beim Versuch die Route in dieser Hinsicht spontan zu ändern, griffen die Hundertschaften die Demospitze mit Pfeffer und Schlagstöcken an. Diese setzte sich u.a. mit einem Feuerlöscher zu Wehr und konnte so dem Angriff Stand halten und die Cops zurück drängen. Danach hielt sich die Polizei merklich zurück, während der Demonstration kam es zu keinen Festnahmen.

Nach einer Zwischenkundgebung vor dem Polizeirevier Freiburg-Süd, auf der eine Betroffene des Hagerman-Angriffs sprach, endete die Demonstration in der Nähe des Freiburger Hauptbahnhofs. Dort sprach eine AntifaschistIn aus Stuttgart im Namen der beiden Soli-Kampagnen für die inhaftierten Antifaschisten Dy und Findus. Leider gelang es der Freiburger Polizei nach dem Ende der Versammlung noch mehrere Menschen festzunehmen.

Im Gesamten hinterlässt der Tag dennoch einen positiven Eindruck. Die kämpferische Demonstration war die richtige Reaktion in Anbetracht der Qualität rechter Angriffe in Freiburg.

Die politische Konsequenzen aus den Angriffen liegen auf der Hand und waren auf der Demonstration allgegenwärtig: Notwendig ist ein offensiver antifaschistischer Selbstschutz sowie eine breite antifaschistische Bewegung, die in der Lage ist der erstarkenden Rechten zu begegnen und rechte Gewalt und Übergriffe zu unterbinden. Das solidarische Zusammenstehen unterschiedlicher Spektren der Linken im Kontext der Freiburger Demonstration ist hier sicherlich ein nicht zu unterschätzendes Zeichen.“

 

 

Anti-AfD-Proteste in Cannstatt [12.07.2021]

In Stuttgart bzw. in Cannstatt hat die AfD ebenfalls seit längerer Zeit wieder eine öffentliche Veranstaltung abgehalten. Wie immer in ihrer Lieblings-Location, dem Kursaal.

Das „Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region“ hatte mit dem Bündnis gegen Rechts spontan Proteste organisiert.

Aus der Bericht heißt es:

(…) Über 100 Menschen fanden sich ab dem späten Nachmittag in der Nähe des Kursaals zur Kundgebung von Stuttgart gegen Rechts ein. Dabei wurde in Reden unter anderem auf rechte „Krisenlösungen“, Betriebsarbeit und die zunehmende Gewalt durch Rechts eingegangen. Da die Kundgebungsfläche für einen effektiven Protest zu weit weg vom Ort des Geschehens war, entschlossen wir kurzfristig, direkt an die Gitter vor dem Eingang des Kursaals zu ziehen. Die AfD konnte sich so wieder einmal nur unter dem Schutz der Cops ihren Weg in den Kursaal bahnen. Nachdem die Veranstaltung begonnen hatte, zogen wir mit einer kämpferischen Demonstration durch Cannstatt um den Tag mit einem selbstbestimmten Ausdruck zu Ende zu bringen.

Die AfD konnte also ihre Veranstaltung wie in Stuttgart gewohnt nur unter dem Schutz der Polizei stattfinden lassen. Effektiver Protest ist unter diesen Voraussetzungen natürlich nicht immer einfach – trotzdem ist wieder ein Mal klar geworden dass AfD-Veranstaltungen nicht unkommentiert bleiben. Und das wird auch so bleiben im anstehenden Wahlkampf, der in Stuttgart noch nicht offiziell ausgerufen wurde.
Durch Plakate, unsere Kundgebung und der anschließenden Demonstration haben wir auch eigene Inhalte auf die Straße getragen und aufgezeigt, dass die Rechten keine Krisenlösungen anbieten können, sondern Teil der Krise sind.

Lasst uns weiterhin wider der rechten „Normalität“ aktiv bleiben und der AfD den Wahlkampf vermiesen! (…)“

 

 

AfD in Urbach [06.08.2021]

Die AfD hatte am 6. August in Urbach ihren Wahlkampf-Auftakt im Rems-Murr-Kreis in Form einer Saalveranstaltung. Das „Offene Antifa Treffen Rems-Murr“ hatte Proteste organisiert und es der AfD für die Kürze der Zeit so unangenehm wie möglich gemacht.

In ihrem Bericht heißt es:

Etwa 30 Antifaschist:innen protestierten am Freitagabend lautstark und entschlossen vor der Auerbachhalle in Urbach, in der sich wieder einmal die AfD einnisten konnte. Anfangs wurde teilweise der Haupteingang versperrt, wodurch AfDler nur unter Begleitung der Polizei, den Weg in die Halle bestreiten konnten. 15 Köpfe der parteinahen Security setzten entgegen der Hausordnung, welche nur öffentliche Veranstaltungen vorsieht, das Hausrecht der AfD durch. Über hundert eingesetzte Bereitschafts- und Zivilkräfte der Polizei rundeten das Ausrollen des roten Teppichs ab und kriminalisierten den gerechtfertigten Gegenprotest mit einer Festnahme. Auch Passant:innen konnten über dieses absurde Polizeiaufgebot für nur etwa 10 AfD-Anhänger nur ihre Empörung zum Ausdruck bringen. Zum Abschluss des Tages zogen die AntifaschistInnen selbstbestimmt mit einer kurzen Spontandemonstration zum Bahnhof zurück. (…)“

Du kommst aus dem Rems-Murr-Kreis und willst antifaschistisch aktiv werden? Dann wende dich ans OAT und/oder komm zum offenen Treffen; das Nächste ist am 14. September 2021 in Waiblingen.

 

 

Wasen Prozesse

Der riesen Prozess gegen die Antifaschisten Jo und Dy wegen des Vorwurfs der Beteiligung an einem Angriff auf Nazis im Frühjahr 2020 läuft immer noch. Auch sitzt der Genosse Dy nach wie vor hinter Gittern. Bei den vergangenen Gerichtsterminen haben die Nazi-Anwälte das Verfahren mit Anträgen überflutet, die hauptsächlich für die eigene Propaganda gedacht waren. Das Verfahren wird nach der Sommerpause fortgeführt, mit einer Urteilsverkündung ist noch im Herbst zu rechnen.

Alle Prozessberichte findet ihr auf der Seite www.notwendig.org

Wenn ihr Geld übrig habt, spendet doch ein paar Euro. Und: Dy freut sich über Post! (Auch hier: An die Rote Hilfe Stuttgart schicken, die leiten es dann weiter)

 

 

Kommende Termine

Offenes Antifa Treffen des „Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart & Region“ (AABS) [02.09.2021]

Auch im September trifft sich das AABS wieder am ersten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr im Linken Zentrum Lilo Herrmann. Komm vorbei!

Das AABS schreibt selbst zu sich:

Das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart & Region ist ein Bündnis verschiedener Gruppen und Einzelpersonen, an dem sich alle beteiligen können, die gegen Faschismus, Rassismus und Rechtspopulismus aktiv werden wollen. Gemeinsam organisieren wir Aktionen, um den gesellschaftlichen Rechtsruck den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn: Rechte Denkmuster wie Antisemitismus, Nationalismus, Islamophobie und Rassismus finden sich nicht nur in der faschistischen Rechten, sondern sind breit in dieser Gesellschaft verankert.

Dagegen wehren wir uns und kämpfen für eine bessere, eine solidarischere Gesellschaft! Zu unseren Aktivitäten gehört der entschiedene Widerstand gegen rechte Umtriebe und Veranstaltungen von Nazis oder AfD genauso wie die notwendige Aufklärungsarbeit über die Ziele der extremen Rechten. Daneben organisieren wir eigene Veranstaltungen, eine monatliche Antifa-Kneipe und politische Kampagnen. Interessiert? Dann komm zum offenen Treffen:“

Do., 02.09. – 19:00 Uhr – Linkes Zentrum Lilo Herrmann

 

 

Offenes Treffen von „0711 united against racism“ [07.09.2021]

Die Gruppe „0711 united against racism“ (Link zu Instagram) organisiert antirassistische und antifaschistische Arbeit aus der Perspektive von und für von Rassismus betroffene Menschen. Am ersten Dienstag im Monat ist immer das Treffen.

In der Kurzvorstellung der heißt es:

Wir haben keinen Bock auf Rassismus, dessen Ausbeutung, Gewalt und Morde! Garantiert haben wir auch keinen Bock uns zu fürchten und die Opferrolle einzunehmen. Uns reicht‘s! […]

Es liegt an uns, Widerstand gegen dieses rassistische System zu leisten. Das bedeutet, dass wir Nazis und Rassisten konsequent antifaschistisch bekämpfen und wir darüber hinaus eine Gesellschaft jenseits von kapitalistischer Ausbeutung anstreben. Eine Gesellschaft in der wir alle gleichberechtigt leben können.

0711 united against racism ist eine Gruppe von jungen Menschen, die sich für diese Ziele zusammengeschlossen haben.“

Di., 07.09. – 19:00 Uhr – Linkes Zentrum Lilo Herrmann

 

 

Offenes Antifa Treffen im Rems-Murr-Kreis (OAT-RM) [14.09.2021]

Am 14. September trifft sich das OAT-RM, wie jeden zweiten Dienstag im Monat. Falls du aus dem Rems-Murr-Kreis kommst und aktiv werden willst, wende dich an das OAT oder komm zum nächsten offenen Treffen.

Das OAT-RM schreibt selbst zu sich:

Wir sind das Offene Antifaschistische Treffen Rems-Murr. Wir möchten eine Anlaufstelle für alle aus dem Rems-Murr-Kreis sein, die sich gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck engagieren wollen.

Auch lokal macht sich der bundesweite Rechtsruck bemerkbar, wenn reaktionäre Positionen und Parolen zunehmend Anklang finden. In der Folge wird rechtsgerichtete Propaganda wieder präsenter, Nazi-Aktivitäten nehmen wieder zu und vor allem die AfD hält Hetzveranstaltungen ab.

Dem stellen wir unsere antifaschistische Praxis entgegen: Kundgebungen, Demos, Blockaden gegen die Akteure des Rechtsrucks, wo immer sie auch auftreten, Bildungs- sowie Aufklärungsarbeit und unsere Vision einer befreiten und solidarischen Gesellschaft.

Zu diesem Zweck wollen wir die gefühlte Vereinzelung der antifaschistischen Kräfte des Rems-Murr-Kreises überwinden und eine Zusammenarbeit der vom Rechtsruck Betroffenen entwickeln.

Für uns steht zwar die lokale Arbeit an erster Stelle, wir halten die überregionale Arbeit und Vernetzung aber ebenso für notwendig.

Wenn du Interesse an oder Ideen für die Arbeit gegen Rechts hast, komm vorbei und bring dich ein!“

Di., 14.09. – 19:00 Uhr

 

 

Antifaschistische Demonstration in Leipzig zum Auftakt des Prozesses gegen Lina [25.09.2021]

Der Prozess gegen die Antifaschistin Lina, der die „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ vorgeworfen wird, beginnt Anfang September vor dem Landgericht in Dresden. Vorgeworfen werden ihr Angriffe auf Faschisten. Die Repression gegen die gesamte antifaschistische Bewegung zieht gerade in der gesamten BRD massiv an und immer mehr Genoss:innen sitzen hinter Gittern, während militante Nazis (in Uniform und ohne) weiter ihr Unwesen treiben können. Daher ist es um so wichtiger, dass wir in solchen großen Repressions-Fällen als gesamte Bewegung antworten.

Eine Möglichkeit dazu ist die bundesweite Demonstration von „Wir sind alle Linx“ in Leipzig. Auf dieser Demo wird es laut einem Aufruf von „Perspektive Kommunismus“ einen revolutionären Block geben. Auch in Stuttgart wird es eine Anfahrt dorthin geben. Genauere Infos folgen!

Im Aufruf zum revolutionären Block heißt es:

(…) Antifaschist:innen, die in den Knast gesperrt werden, stehen für den Widerspruch zwischen linker Gegenmacht auf der Straße und der Bewahrung der herrschenden Kräfteverhältnisse. Sie sind politische Gefangene, ganz egal wie unpolitisch ihre Prozesse abgewickelt werden, oder ob sie in den Medien als „Szeneangelegenheiten“ dargestellt werden. Es liegt an uns, das klar zu machen! Ihren politischen Kampf zu erklären, zu verteidigen und weiterzuführen, ist das Wesentliche. Die Gefahr liegt nicht in der Anerkennung militanter Politik. Die Gefahr liegt darin, dem gesellschaftlichen Geschehen ohnmächtig gegenüber zu stehen. Und sie liegt darin, die Solidarität innerhalb der Linken aufzulösen, die für den Aufbau einer vielschichtigen revolutionären Gegenmacht unverzichtbar ist. Das ist weder für uns, noch für unsere Freund:innen und Genoss:innen im Knast eine Option.

 

 

Landesweite Demo am Vorabend der Bundestagswahl in Mannheim [25.09.2021]

Am 26. September 2021 wird in der BRD gewählt. Schon jetzt werden fleißig Transpis gebastelt, Flyer geschrieben, Stencils ausgeschnitten, Protestformen diskutiert und Skills zum Wahlpropaganda zerstören weitergegeben. Wir Antifas bereiten uns also schon vor auf einen Spätsommer/Herbst, den wir vor allem mit unserem vielschichtigen Protest gegen die AfD und gegen andere rechte Parteien prägen wollen. Trotz der Notwendigkeit dieser, meist lokalen Proteste, werden wir es uns nicht nehmen lassen, uns auch selbstbestimmt und organisiert, mit eigenem Ausdruck und gemeinsam als antifaschistische Bewegung die Straßen zu nehmen. Deshalb werden im koordinierten Kampagnen-Rahmen in München, Köln, Duisburg, Mannheim und Frankfurt am Vorabend der Wahlen überregionale Vorabenddemos statt finden! Streicht euch den Termin schon mal fett im Kalender an, beteiligt euch an den Demos und organisiert Zugtreffpunkte aus euren Städten, um unsere Kräfte im gemeinsamen Kampf gegen Rechte und Faschisten zu bündeln. Stay tuned, weitere Infos folgen!

 

 

Netzfunde / Linkschleuder / Über den Tellerrand

Netzfund: Angriff auf die Generalstaatsanwaltschaft

Aktivist:innen haben den Haftantritt von Findus mit einer Aktion bedacht. Sie haben laut einem Bekenner:innen-Schreiben auf de.indymedia (nur noch über TOR zu erreichen: http://gsxbcjvcrdl66ycimkwra2nxzwvy2idef4twi7elojuzm5ztt5abqyid.onion/node/150711) die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart angegriffen.

In dem Text heißt es:

(…) Die Repression des Staates ist ein Zeichen, dass keine Bewegung ungestraft die Faschisten zurückdrängen darf, die der Staat selbst gewähren lässt.

Die Repression des Staates ist die Repression der herrschenden Klasse gegen eine Bewegung der proletarischen Klasse und einen selbstbestimmten und offensiven Antifaschismus. Und als diese begreifen wir sie.

Die Repression richtet sich also ganz direkt gegen uns.

Wir werden uns davon nicht brechen lassen, sondern weiter machen.

Wir sehen die Notwendigkeit den Rechten auf verschiedenen Ebenen entgegenzutreten und das werden wir weiter tun!

Freiheit für Findus!
Freiheit für Dy und Lina!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!“

 

 

Dokus über Nazi-Anwälte und die faschistische Bruderschaft „Hammerskins“

Hier wollen wir euch zwei Dokus/Recherchen empfehlen. Die eine beleuchtet das Netzwerk der Nazi-Anwälte in Deutschland. Mit dabei sind einige Stuttgarter, wie Steffen Hammer, Alexander Heinig und die Karlsruherin Nicole Schneiders.

Die andere Doku handelt von der Untergrund-Neonazi-Bruderschaft „Hammerskins“, die sich als die Elite der Naziszene verstehen und ein weit verzweigtes, internationales Netz haben. Diese Doku stützt sich hauptsächlich auf Recherchen des antifaschistischen Recherchekollektivs EXIF, die ebenfalls sehr zu empfehlen, allerdings sehr lang und umfassend sind.

Auch wenn der MDR sonst oft mehr als fragwürdige Dokus produziert, sind diese doch brauchbar um einen ersten Einblick in diese beiden Themen zu bekommen:

Gegen den Staat – Das Netzwerk der Neonazi-Anwälte: https://www.youtube.com/watch?v=7v7MSj58sdw

Hammerskins – Das geheime Neonazi-Netzwerk: https://www.youtube.com/watch?v=ysthROFndG0

 

 

Antifaschistisch aktiv – auch im Knast

Wie schon öfter erwähnt, wird das Thema Knast für die antifaschistische Bewegung in Deutschland immer greifbarer. Immer öfter gehen Genoss:innen für Lappalien ins Gefängnis. Doch gerade der Knast ist kein unpolitischer Ort und es gibt Möglichkeiten auch unter solchen Bedingungen politisch aktiv und kämpferisch zu bleiben. Ein aktuelles Beispiel für so ein Engagement kommt aus Berlin, wo Insassen der JVA Moabit in Zusammenarbeit mit Genoss:innen draußen Fascho-Wärter geoutet haben. Super Sache!

https://criminalsforfreedom.noblogs.org/2021/07/fascho-waerter-in-moabit-werden-geoutet/

 

 

Lese-Empfehlungen

Staat und Nazis Hand in Hand“

Zusammen mit fünf weiteren Gruppen aus dem Süden haben wir vor einer Weile diese Broschüre zu den Verstrickungen der militanten Naziszene und Teilen des Staates geschrieben. Diese ist bei Infotischen recht beliebt, daher schicken wir sie hier nochmal rum als Sommerlektüre.

Auf dem Klappentext heißt es:

(…) Wir wollen mit dieser Broschüre die Entwicklungen der letzten Jahre und die Ereignisse der letzten Monate in einen gesellschaftlichen Zusammenhang stellen und so die Debatte um eine angemessene antifaschistische Strategie weiter vorantreiben. Dazu gehen wir zunächst auf die aktuelle historische Situation ein und leiten daraus die Motivation der Polizeibehörden im Umgang mit bewaffneten FaschistInnen ab. Doch die Frage eines neuen Faschismus wird nicht nur von kleinen faschistischen Gruppen gestellt. Der Rechtsruck hat mit der AfD eine Partei hervorgebracht, die eine nicht mindere Gefahr für uns ist. Der antifaschistische Kampf ist durch den Aufstieg der Rechten ein noch zentralerer Bestandteil fortschrittlicher Kämpfe geworden. (…)“

https://www.antifa-stuttgart.org/2019/12/staat-nazis-hand-in-hand/

 

 

Disclaimer:

Wir sind nicht für hier genannte Aktionen oder Texte verantwortlich, außer sie sind explizit als von uns gekennzeichnet. Ebenso können wir keine Haftung für externe Links und Inhalte auf diesen Seiten übernehmen. Die Auswahl der hier geschilderten Sachverhalte erfolgt nicht als eine Art Dokumentation unserer Arbeit, sondern dadurch, was wir in irgend einer Form interessant finden.