Gedenkdemo zu 10. Jahrestag des Brandanschlag in Winterbach

Am 10.04.21 jährt sich der rassistische Brandanschlag von Winterbach zum zehnten Mal.

Anlässlich des Jahrestages ruft das Bündnis „Zusammen gegen Rechts“ zu einer Demonstration in Winterbach auf, an der wir uns beteiligen.

Was geschah damals?

In der Nacht vom 9. auf den 10.04.11 griffen Neonazis eine Gruppe Migranten auf einem Gartengrundstück in Winterbach an, traktierten sie mit Schlägen und Tritten und beleidigten sie rassistisch. Ein Teil der Angegriffenen flüchtete sich in eine Gartenhütte, die daraufhin von den Nazis in Brand gesetzt wurde. Nur durch Glück kam keiner der Menschen in der Hütte ums Leben.

Nur ein Bruchteil der Beteiligten Faschisten wurde im Nachgang für den Angriff angeklagt und verurteilt.

Dem Brandanschlag von Winterbach gingen zahlreiche Aktivitäten und Angriffe von Faschisten voraus.

Die Häufung gewalttätiger Angriffe von Nazis und eine organisierte rechte Szene mit Treffpunkten, die überregional Zulauf haben, verdeutlichte, dass der Rems-Murr-Kreis eine braune Hochburg ist.

Bereits im September 2010 hatte in Winterbach ein Nazi-Konzert stattgefunden, 2009 und 2010 veranstaltete die NPD ihre Landesparteitage sowie deren Jugendorganisation einen Bundeskongress in Korb. Mit der „Linde“, einer NPD-Kneipe in Schorndorf-Weiler, in deren Keller Schießübungen stattfanden und in der Rechtsrockkonzerte veranstaltet wurden, gab es einen Ort, den die Nazis logistisch für ihre Aktivitäten nutzen konnten.

Und heute?

Auch heute noch gibt es im Rems-Murr-Kreis Aktivitäten von Faschisten: erst im vergangenen Jahr wurden bei einer Razzia in Backnang unzählige Waffen, Uniformen, Munition gefunden. Die rechte Terrorzelle „Gruppe S“, die einen Bürgerkrieg durch Anschläge provozieren wollte und Feindeslisten von AntifaschistInnen anlegte, gründeten sich in Alfdorf im Rems-Murr-Kreis.

Und nicht zuletzt die Nazis vom rechten Betriebs- und Vernetzungsprojekt „Zentrum Automobil“, die sich rund um Oliver Hilburger in Althütte tummeln, verdeutlichen, dass der Rems-Murr-Kreis nach wie vor ein braunes Problem hat.

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass es bereits vor zwei Jahren einen weiteren Angriff mehrerer Nazis auf eine Gruppe MirgantInnen gab, diesmal in Stetten. Auch hier wurde die Polizei gerufen, die daraufhin lediglich einen Teil der wenige hundert Meter entfernten Grillparty der rechten Angreifer kontrollierte. Auch hier wurde lediglich ein einschlägig bekannter Nazi verurteilt, dabei waren knapp zehn an dem Angriff beteiligt.

Antifa aufbauen!

In den letzten zehn Jahren hat sich im RMK aber auch einiges entwickelt: die rechten Umtriebe sind bekannt, es wurde ein Bündnis gegründet und mit dem OAT gibt es eine Möglichkeit für alle, die das Naziproblem nicht weiter hinnehmen wollen, aktiv zu werden. Zuletzt wurde mit der Gründung der Antifaschistischen Perspektive LB/RM eine verbindlich arbeitende Antifagruppe geschaffen. Denn nur durch eine dauerhafte und organisierte Arbeit kann dem Naziproblem Einhalt geboten werden.

Daran gilt es anzuschließen, wir als Antifas aus einer unmittelbar angrenzenden Region haben die Verantwortung, den Aufbau von Strukturen und deren Aktivitäten zu unterstützen. Daher fahren wir – wie schon vor zehn Jahren – gemeinsam am Jahrestag nach Winterbach zur Gedenkdemo. ( https://zusammengegenrechts.wordpress.com/2021/03/23/10-jahre-faschistischer-brandanschlag-in-winterbach-wir-vergessen-nicht/ ) Nicht nur um die Antifas vor Ort zu unterstützen. Sondern auch weil es gerade in Zeiten des Rechtsrucks und einer Zunahme rassistischer Anschläge unsere Pflicht ist, das Thema immer wieder auf die Tagesordnung zu setzten!

Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise aus Stuttgart ist am 10.April um 13.50 Uhr beim „Le Crobac“ an den S-Bahnabgängen im Hauptbahnhof.