Antifa-Newsletter #3

Wir wollen mit diesem Newsletter einen kleinen (ausgewählten) Rückblick von gelaufenen Aktionen geben, kommende ankündigen, aktuelle Kampagnen vorstellen, kurze Einschätzungen unsererseits zu Entwicklungen der Faschos geben und Empfehlungen bspw. für Texte liefern. Der Newsletter darf gerne weitergeleitet werden. Kritik und Verbesserungsvorschläge gerne an uns direkt per Mail.

 

Aktuelle Einschätzungen / Meldungen

Antifascist Action! – Bundesweite Kampagne läuft an

Die bundesweite Kampagne „antifascist action! – Gegen rechte Krisenlösungen“ ist im Februar gestartet und wurde schon in einigen Teilen der Republik aufgegriffen und praktisch umgesetzt.

Bei der Kampagne geht es darum das Superwahljahr 2021 mit Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Thüringen, Kommunalwahlen in Niedersachsen und Hessen sowie der Bundestagswahl aus antifaschistischer Perspektive zu begleiten. Wie schon der Titel sagt geht es natürlich ganz konkret darum, rechte Akteure in ihrem Wahlkampf direkt einzuschränken und zu verhindern, dass rassistische, sexistische und Arbeiter*innen-feindliche Propaganda auf den Straßen präsent ist. Auf der anderen Seite geht es aber auch darum sich nicht nur an den radikalsten Vertreter*innen, wie der AfD, abzuarbeiten sondern auch klar zu machen, dass es linke, antikapitalistische Antworten auf die immer weiter voranschreitende Krise geben muss. So muss der antifaschistische Abwehrkampf mit offensiven Momenten, eigenen Forderungen und einer Perspektive jenseits dieses Schweinesystems formuliert werden.

Dazu gibt es auf der Website einiges an Material, das bestellt werden kann, Vorlagen für bspw. Sprühschlablonen, Transparente, Flyer, Sharepics, Videos… Die Kampagne lebt vom Mitmachen!

 

Werdet auch ihr aktiv in eurer Gegend, bestellt euch Material und schickt gemachte Aktionen an die Kampagnen-Mailadresse!

Wer von euch bei Instagram ist, kann auch hier die Seite liken und nochmal kräftig Werbung machen!

 

Hier noch ein Auszug aus der Vorstellung:

„[…] Die Rechten instrumentalisieren unsere Sorgen, wie beispielsweise den drohenden Verlust des Arbeitsplatzes, das Bangen um einen Kitaplatz oder den Rausschmiss aus der Wohnung, für ihre strikte Law-and-Order Politik und ihre Hetze gegen Minderheiten. Mit einer vorgeblichen Abkehr vom neoliberalen Konzept macht sich die AfD zum vermeintlichen Anwalt der Lohnabhängigen. Doch erstens klafft eine gigantische Lücke zwischen den Wahlkampfforderungen, zu denen sich die Rechten durchringen können, und dem, was sie tatsächlich bereit wären, den Kapitalisten abzutrotzen oder „zuzumuten“. Und zweitens ist bereits der Sozialstaat, den sie propagieren, mehr Spaltungsinstrument, denn Lösungsmodell. Mit Rassismus, Sexismus, Homophobie und Verachtung von Armen grenzen sie ein, wer einen Zugang zu diesem Sozialsystem verdiene und wer nicht. Damit hetzen sie diejenigen gegeneinander auf, die eigentlich ein gemeinsames Interesse haben: Die Verhältnisse zu Gunsten von uns allen zu verändern!

Verhältnisse, in denen Menschen die Butter auf dem Brot fehlt, während das absurde Vermögen einer kleinen Minderheit immer weiter wächst. Verhältnisse, die MinijobberInnen in der Krise ohne Hilfe im Regen stehen lassen, während Großkonzernen Milliarden zugeschanzt werden.

Eine gesellschaftliche Rechtsentwicklung – wie sie seit geraumer Zeit im Gange ist und wie sie im Zuge der aktuellen Krise weiter droht – steht für eine Verschärfung eben dieser kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse. Die AfD ist die Partei dieser Rechtsentwicklung. Deren einziger Akteur ist sie jedoch nicht. Neben faschistischen Terror-Zellen und rechten Straßenbewegungen findet sich auch eine Fraktion, mit aktuell wesentlich realistischeren Machtoptionen, innerhalb der bürgerlichen Parteien: Sollte mit Friedrich Merz ein rechter CDU‘ler Finanzminisiter o.Ä. werden, bedeutet dies genauso eine Verschärfung der gesellschaftlichen Widersprüche.

Es braucht uns alle!

Egal ob als Gruppe, alleine oder zusammen mit FreundInnen: Werdet Teil des dringend notwendigen Widerstands gegen diese Rechtsentwicklung! Ob abgerissene AfD-Plakate oder Solidarität mit betrieblichen Kämpfen gegen die Angriffe der Arbeitgeber – unser Widerstand wird umso stärker, je mehr Aspekte er miteinander vereint. Nur gemeinsam können wir es schaffen, den KrisenprofiteurInnen und ihren HelfershelferInnen als gesellschaftlich wahrnehmbare Kraft entgegenzutreten.

Lasst uns darum die hoffentlich zahlreichen Aktionen in dieser Kampagne zusammentragen. Schickt uns Aufrufe, Berichte, Bilder und Videos eurer eigenen Aktionen und Mobilisierungen!

Schaut nach Angeboten der Offenen Antifaschistischen Treffen (OATs) in euren Städten. Geht auf die Straße und stört rechte Wahlkampfauftritte. Entfernt rechte Wahlpropaganda. Teilt die Kampagne über eure Kanäle. Verteilt Flyer und stickert eure Stadt zu. Kurzum: Werdet antifaschistisch aktiv! …weil nur dagegen sein nicht ausreicht. […]“

 

Für alle, die sich schon immer gefragt haben, wie man rechte Propaganda am effektivsten aus dem Stadtbild entfernt, ist dieser Artikel eine gute Wahl. Für die BaWü-Landtagswahl heißt es jetzt: Endspurt!

 

 

8. März – Antifaschismus heißt auch Feminismus!

Der 8. März steht vor der Tür! Der Internationale Frauenkampftag wurde seit 1911 von Kommunist*innen ausgerufen und seitdem in jedem Jahr begangen. Bis heute hat sich an den grundlegenden Verhältnissen – dass Frauen nach wie vor nicht gleichberechtigt sind und auf vielfältige Weise unterdrückt und gedemütigt werden – nicht viel verändert. Immer noch existiert die kapitalistische Produktionsweise, die das Patriarchat aufrecht erhält und Frauen der lohnabhängigen Klasse gleich mehrfach unterdrückt. Arbeiten, Hausarbeit, Kümmern, Sexobjekt, Mutter – für alles soll die „Frau von heute“ hinhalten und sich ja nicht beschweren – man ist ja so frei…!

Deshalb und auch wegen den immer stärkeren Angriffen von Rechten auf bereits erkämpfte Frauenrechte (wie beispielsweise das Abtreibungsrecht in Polen) gehen in den letzten Jahren auf der ganzen Welt immer mehr Frauen für Selbstbestimmung und für ein Ende des Patriarchats auf die Straße. Dass wir als Antifas, die gegen jede Unterdrückung des Menschen durch den Menschen stehen und für eine Welt ohne Unterdrückung und Ausbeutung stehen, ist es selbstverständlich, dass wir uns alle an den Aktionen an diesem Tag beteiligen.

Das darf allerdings nicht zum Feigenblatt werden; auch in der radikalen Linken und im besonderen in der Antifa-Bewegung haben wir noch lange keinen Zustand erreicht, in dem sich Frauen völlig vorurteilsfrei und ohne patriachales Verhalten seitens der männlichen Mitstreiter bewegen und entwickeln können. Daher soll der 8. März vor allem für die Genossen ein Denkanstoß sein, das eigene Verhalten zu überdenken, Fehler einzugestehen & an sich und den anderen zu arbeiten.

 

Am 8. März wird es eine große Kundgebung & Demo vom „Aktionsbündnis 8. März“ geben, die voll gepackt sein wird mit kämpferischen Inhalten und vielen Aktionen.

Die Kundgebung startet um 17:00 Uhr am Rotebühlplatz. Von dort aus wird dann die Demonstration starten.

 

Auch hier: Wer Instagram hat, kann auch hier den Genoss*innen folgen und Werbung für die Demo machen!

 

Um schon ein mal ein bisschen ins Thema rein zu lesen findet ihr hier ein lesenswertes Statement des „Aktionsbündnis 8. März“ zum Zusammenhang Kapitalismus-Patriarchat.

Auch bundesweit gibt es in nahezu jeder größeren Stadt Aktionen zum 8. März. So hat die Plattform „Perspektive Kommunismus“ einen Aufruf und ein Video veröffentlicht am 8. März auf die Straße zu gehen.

 

 

Berichte

1. Jahrestag des Anschlags in Hanau

Am 19. Februar jährte sich der rassistische Terroranschlag von Hanau zum ersten Mal. In ganz Deutschland gingen zehntausende Menschen auf die Straße um an die Opfer zu erinnern aber auch deutlich zu machen, dass der Rassismus in diesem Land System hat, viel zu lange nicht ernst genommen wurde und auf unterschiedlichste Art und Weise bekämpft werden muss!

In Stuttgart gab es gleich mehrere Kundgebungen und Aktionen an denen wir uns auch beteiligt haben. Nach einer Kundgebung auf dem Schlossplatz zogen rund hundert Menschen angeführt vom Bündnis „Stuttgart gegen Rechts“ zum Rathaus. Dort brachten Aktivist*innen von „Stuttgart gegen Rechts“ eine massive Gedenkplakette für die getöteten von Hanau an. Diese grenzüberschreitende Aktion stieß im Rathaus auf nicht viel Gegenliebe – von AfD bis Grüne sprachen sich alle gegen die Gedenkplakette aus. Nur drei Stadträte stellten einen Antrag, dass diese hängen bleiben soll. Wie die Stadt nun entscheiden wird, wird sich zeigen. Wir begrüßen diese Aktion ausdrücklich und finden es sehr gut, dass Antifaschist*innen das gemacht haben, was eigentlich Aufgabe einer Stadt wäre: Nämlich Lehren aus einem großen gesellschaftlichen Problem zu ziehen, und neben vielen Maßnahmen auch den Opfern rassistischen Terrors würdig zu gedenken. Auf all das kann man in Stuttgart lange warten: Daher ist es nur richtig sich den öffentlichen Raum zurück zu nehmen und zu mahnen.

Im Anschluss an die Aktion gab es noch eine Kundgebung auf dem Marienplatz, bei dem sich ca. 350 Personen beteiligten – größtenteils aus dem Spektrum linker, migrantischer Organisationen. Hier wurden Rassismus, gesellschaftlicher Rechtsruck und die Notwendigkeit zu Gegenwehr thematisiert und auch noch einmal ein temporärer Gedenkort eingerichtet; mit einem Kranz, Bildern der Getöteten von Hanau und vielen Kerzen. Im Anschluss zog eine wütende, laute Demonstration in die Stadt und endete wieder am Rathaus-Gedenkort.

 

Alles in allem scheint das Thema Rassismus und Hanau im Speziellen präsenter zu werden und Betroffene kämpferischer aufzutreten – zurecht! Als Antifas muss es uns darum gehen die antirassistischen Kämpfe bestmöglich zu unterstützen und diese mit den Betroffenen zu einem gemeinsamen Kampf gegen Rechtsruck, Rassisten und den rassistischen Normalzustand zu entwickeln!

 

Einen Bericht und Bilder vom Tag findet ihr auch auf der Instagram-Seite von „0711 united against racism“

 

Bei „Netzfunde / Linkschleuder / Über den Tellerrand“ haben wir noch zwei Empfehlung zum Thema Hanau und Rassismus angefügt!

 

 

Antifascist Actions in Schorndorf

Wir dokumentieren hier einen Bericht der „antifascist action!“-Kampagne zu den Ereignissen in Schorndorf die letzten Wochenenden:

 

„Vergangenen Samstag [20.02.2021] veranstaltete die AfD auf dem Schorndorfer Marktplatz einen Wahlstand. Anwesende AntifaschistInnen protestierten selbstverständlich gegen diesen Hetzer-Auftritt mit Transparenten und Parolen. Im Verlauf der spontanen Proteste flog der Wahlstand der Rassisten um und der Kandidat Stefan Schwarz stolperte über das eigene Material. Was daraus gemacht wurde, war ein terroristischer Angriff auf den „demokratischen Diskurs“. Diese billigen, offensichtlichen Lügen der Rechten lassen uns nur kopfschüttelnd zurück. Das ist jedoch nichts neues: Immer wieder inszenieren sich Faschisten aller Art zu „politisch Verfolgten“ und lenken damit gekonnt davon ab, dass ihre gesamte Ideologie auf Verfolgung und schlussendlich Vernichtung Anderer beruht. Dass auch die Bullen und die Staatsanwaltschaft von einem „neuen Level der Gewalt“ sprechen verwundert uns nicht, schließlich stand hier der Feind schon immer Links.

 

Die Rolle der „bürgerlichen Mitte“

Was uns allerdings in dieser Qualität bislang selten unter gekommen ist, ist die vollkommen unhinterfragte Übernahme der Darstellung der Rechten durch die anderen Parteien – selbst derjenigen die sich sonst immer selbstgefällig in ihren „Zeichen gegen Rechts“ sonnen. SPD, Grüne und der Schorndorfer Bürgermeister wünschten dem AfD-Faschisten sofort gute Genesung. Sie sprangen ungefragt über das Stöckchen, das ihnen die Menschenfeinde hinhielten und stimmten ein in den Chor der Empörten. Der Hass auf Linke und AntifaschistInnen scheint klar zu überwiegen.

Und das, obwohl sogar nach eigener Aussagen von „Terroropfer“ Schwarz außer angeblicher „Albträume“ nichts bei ihm passiert ist! Die bürgerlichen Parteien spielen also das Spiel der AfD mit und machen sich – ohne es merken zu wollen – zum Wahlkampfgehilfen für die AfD. Wir gratulieren zu diesem großen Erfolg für die Demokratie!

Auch die von der AfD oft als “Lügenpresse” bezeichnete Medienlandschaft machte ihrem Titel der Rechten in diesem Fall tatsächlich alle Ehre und verhalf den Nazis in Blau zu neuen Sympathien und schoss fleißig mit gegen Links.

 

Die AfD und die Gewalt…

Um das noch einmal ganz deutlich zu sagen: Wer sich hier als Opfer von Gewalt inszeniert ist diejenige Partei, deren Mitglieder AntifaschistInnen bei Hamburg am Rande einer Saalveranstaltung mit einem Auto anfuhren, die rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz mit organisierte und offen von der Machtergreifung fantasiert um danach „aufzuräumen“. Die Partei, welche die ideologische Munition für die Täter in Halle und Hanau geliefert hat spricht von „Terror“. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen rechter Morde und Anschläge. Dass also ein Wahlstand als spontane Unmutsbekundung umfliegt, sollte doch das Mindeste sein für Alle, die kein Interesse an Ausgrenzung und rechtem Terror haben.

 

Keine AfD-Aktion ohne Protest!

Fix gipfelten die Hetze und die Lügen der AfD dann in der Ankündigung einer großen Kundgebung in Schorndorf „Gegen Gewalt im politischen Diskurs“ mit hochkarätigen Rednern aus dem Bundestag. Schnell war klar, dass die AfD den medialen Trubel nutzen wird um endlich eine größere Wahlkampfveranstaltung auf der Straße durchführen zu können – die mit rund 600 TeilnehmerInnen bislang größte seit vielen Jahren in Baden-Württemberg.

Da wir – egal unter welchem Vorwand – nicht dulden, dass auf den Straßen Baden-Württembergs und sonst wo gehetzt wird und sich Rassisten und Faschisten frei bewegen können, wurde im Rahmen der Kampagne „Antifascist Action“ für diesen Samstag zu einem Aktionstag gegen die AfD aufgerufen. Morgens wurden im Großraum Stuttgart nach AfD Ständen gesucht um diese auch an diesem Tag mit Protest zu begleiten und PassantInnen über die Ziele der AfD aufzuklären, was auf den Fildern bei Stuttgart auch so durchgeführt wurde.

Mittags ging es dann gemeinsam nach Schorndorf. Aus vielen Städten reisten AntifaschistInnen an und beteiligten sich an der angemeldeten Kundgebung des Bündnis „Zusammen gegen Rechts“. An dieser nahmen über den Tag verteilt etwa 350 Menschen teil. Auch einige Schorndorfer BürgerInnen und vor allem viele Jugendliche fielen nicht auf die billigen Tricks herein und beteiligten an den Protesten. Es gab Reden von einer Gewerkschafts-Sekretäri, einer antifaschistischen Journalistin und lokaler Antifas. So konnte der AfD auch inhaltlich etwas entgegengesetzt werden und die Dinge ins richtige Licht gerückt werden.

Neben der Kundgebung und lautstarken Protesten an den Absperrgittern der AfD-Kundgebung konnten über den Tag verteilt auch weitere Zugänge zu der rechten Veranstaltung blockiert werden und einige AfD‘ler fanden ihren Weg nicht oder nur mit langem Irren durch die Stadt zu ihrer Veranstaltung. Den ganzen Tag über wurde zudem mit Flyern, Transparenten und Parolen vermittelt, dass die AfD in Schorndorf nichts verloren hat und ihre Inhalte und Ziele für einen großen Teil der Bevölkerung nichts zu bieten hat als Zuspitzung und Verschlechterung.

Und die AfD? Die stand mit erschreckend vielen, aus der ganzen Region angereisten Leuten auf dem Marktplatz – zu Hochzeiten waren es etwa 600 TeilnehmerInnen. Auch war auf der Kundgebung von Reichsbürgern, über rechte Biker, Nazi-Hools bis hin zu klassischen Nazi-Glatzen fast alles anwesend, was die süddeutsche Naziszene so zu bieten hat. Auch diese haben heute ein starkes Zeichen „gegen Gewalt im politischen Diskurs“ gesetzt!

Im Anschluss an die Proteste in der Innenstadt, nachdem die AfD abgezogen war, formierte sich noch eine Demonstration mit rund 100 Personen. Diese wurde die ganze Zeit über von einem Bullenkessel begleitet; dennoch ließen sich die Anwesenden die Stimmung nicht versauen und machten nochmal lautstark auf das rechte Problem und den Widerstand dagegen aufmerksam. Einige AntifaschistInnen setzten daraufhin noch einmal einen selbstbestimmten Akzent: Im nahe gelegenen Waiblingen entfaltete sich eine Spontandemonstration mit lautstarken Parolen und ansehnlicher Pyrotechnik, um klar zu machen: Die Bullen können mit dem entsprechenden politischen Willen eine Stadt mit Pferden, Gittern, hunderten von Greif- und Schlägertrupps in den Belagerungszustand versetzen. Doch eine eigenständige und kämpferische antifaschistische Bewegung wird immer Gelegenheiten finden, Aktionen außerhalb ihres Zugriffes zu entfalten.

Den rechten Wahlkampf sabotieren – Antifa heißt Action!“

 

 

Kommende Termine

Internationaler Frauenkampftag – 8. März [08.03.2021]

Wir hatten oben ja schon über die große Wichtigkeit dieses Tages und des Thema insgesamt geschrieben.
Die Kundgebung mit anschließender Demo zum internationalen Frauenkampftag in Stuttgart beginnt startet am
 
Montag, den 8. März um 17:00 Uhr auf dem Rotebühlplatz

 

 

Antifa-Kneipe [12.03.2021]

Corona-Bedingt findet das lockere Zusammenkommen des „Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region“ (AABS) zur Zeit leider nicht in der Kneipe des „Linken Zentrum Lilo Herrmann“ in Heslach statt, sondern online. Wer mit dabei sein will, wendet sich am besten per Mail an das AABS!

Freitag, den 12. März ab 20:00 Uhr online (Link per Mail an das AABS)

 

 

Veranstaltung zum Geflüchteten-Lager „Lipa“ in Bosnien-Hercegowina [13.03.2021]

Dass die EU hauptsächlich ein „Wirtschaftsraum“ und ein mieses Grenzregime ist, kommt bei immer mehr Menschen an. Die „Europäische Idee“ und das ganze Blabla von „Überwinden von Nationalismen“, „Europäischer Solidarität“ und so weiter wird zurecht immer deutlicher als billige Propaganda erkannt. Denn was die „Europäische Idee“ und die „Werte“ der EU in der Praxis für zehntausende Menschen an den Außengrenzen bedeutet, zeigen die unmenschlichen Zustände in den Lagern wie „Moria“ auf Lesbos oder auch im bosnischen Lager „Lipa“ bei Bihać.

Daher organisiert das „Offene Treffen gegen Krieg und Militarisierung“ eine Online-Infoveranstaltung mit zwei Aktivisten, die vor Ort in „Lipa“ waren und von den Zuständen berichten können. Hier der Aufruf der Genoss*innen:

https://otkm-stuttgart.bplaced.net/j25/2021/03/01/veranstaltung-aktivisten-berichten-aus-lipa/

Samstag, 13. März um 17:00 Uhr online (Link wird auf der Website veröffentlicht)

 

Antirepressions-Woche vom 15. – 20. März

In dieser Woche finden an drei Tagen verschiedene Aktionen und Demonstrationen rund um das Thema staatliche Repression und Solidarität statt. Das letzte Jahr hat an vielen verschiedenen Stellen gezeigt, dass Deutschland immer mehr auf einen harten Law-and-Order Staat zusteuert, der einerseits jedes offensive politische Engagement mit drakonischen Strafen versucht klein zu kriegen aber andererseits auch mit einem hochgerüsteten Polizeiapparat gegen alles vorgeht, was ihm nicht passt oder den schönen Schein „stört“. Seien es Ultras, feiernde Jugendliche im öffentlichen Raum oder Menschen, die Tag ein, Tag aus rassistische Kontrollen und Demütigungen von Cops über sich ergehen lassen müssen.

So etwas kann nicht im Interesse von Menschen sein, die eine befreite Gesellschaft anstreben!

Daher muss es für uns Antifas immer auch darum gehen in einem klar ablehnenden Verhältnis zu diesem Staat zu stehen, der letztendlich nur dazu da ist die herrschende Eigentums- und Produktionsverhältnisse durchzusetzen und zu schützen und uns, die nichts groß besitzen als unsere Arbeitskraft, unten zu halten. Der selbe Staat, der sich schwuppdiwupp auch in einen faschistischen umbauen lässt, und in offenen Terror und totale Vernichtung umschwenken kann, wenn es die Situation „erfordert“ – die Geschichte hat das zu genüge bewiesen.

Stattdessen müssen wir eine wahre, grenzenlose Solidarität von Unten aufbauen, eine Solidarität, die sich umeinander sorgt und uns zusammen stehen lässt bei Angriffen des Staates, aber auch eine Solidarität, die uns zu einem handelnden, kämpfenden Subjekt macht, das in der Lage ist unsere Ketten zu sprengen! Ganz schön pathetisch, aber das darf ja auch mal sein…

 

Tag gegen Polizeigewalt [15.03.2021]

Der 15. März ist der „Internationale Tag gegen Polizeigewalt“. Die (rassistischen) Gewaltexzesse der Schweinchen in Dunkelblau sorgen nicht nur in den USA immer wieder für Schlagzeilen; auch hierzulande können die Sherriffs quasi schalten und walten wie sie wollen. Konsequenzen hat keiner von ihnen zu befürchten. Daher weisen Aktivist*innen seit Jahren immer wieder auf das Polizeiproblem hin. Deshalb wird es auch in Stuttgart erstmals an diesem Tag eine Kundgebung im Rahmen der Antirepressions-Woche geben.

Montag, der 15. März um 18:00 Uhr am Rotebühlplatz

 

Tag der politischen Gefangenen [18.03.2021]

Der 18. März ist der „Tag der politischen Gefangenen“ – und das seit 1923 im Gedenken an den niedergeschlagenen Aufstand und ersten (kurzen) sozialistischen Versuch der „Pariser Commune“ 1871.

An diesem Tag setzen sich linke und progressive Menschen in vielen Teilen der Welt für die politischen Gefangenen ein – also diejenigen, die nicht primär für irgendwelche „Straftaten“ in den Knästen sitzen, sonder dafür, dass sie für die Vorstellung einer neuen, solidarischen Welt kämpfen. Interessanterweise werden von den deutschen Medien und dem Staat überall auf der Welt politische Gefangene gesehen, wenn es in die eigene Agenda passt (Nawalny, Hongkong…) aber in Deutschland soll es so etwas nicht geben? Die Geschichte und die Gegenwart sprechen eine andere Sprache. Denn auch hierzulande werden Menschen mit politischen Paragraphen, wie den §129ff allein schon für ihr revolutionäres Selbstverständnis hinter Gitter gesteckt oder wegen Nichtigkeiten mit krassen Strafen überzogen. Immer noch sitzen in ganz Deutschland z.B. Genoss*innen allein für das Verkaufen von Zeitungen revolutionärer Organisationen oder dergleichen hinter Gittern…

Gut also, dass auch in Stuttgart, dem Herz der deutschen Repressionsbestie, Aktionen zum 18. März geplant sind. Beziehungsweise um genauer zu sein: Dieses Jahr in Stuttgart und in Tübingen!

Das hat den einfachen Hintergrund, dass einer der aktuellen politischen Gefangenen, der Genosse Dy aus Stuttgart in die JVA Tübingen verlegt wurde und da auf seinen Prozess am 19. April warten muss. Daher gibt es zwei Aktionen, die wir hier bewerben möchten; einerseits die traditionelle Kundgebung in Stammheim und – sicher aus aktuellem Anlass fast wichtiger – eine Demo in Tübingen zum Knast.

Für die genauen Uhrzeiten und Treffpunkte, checkt in den nächsten Tagen die Webseiten der „Roten Hilfe Stuttgart“!

 

20. März Demo [20.03.2021]

Überregionale Demonstration für konsequenten Antifaschismus und gegen Repression! Der Solikreis für die inhaftierten Stuttgarter Antifas organisiert am 20. März eine große, kämpferische Demonstration in Stuttgart mit Beteiligung aus vielen Ecken der Republik.

Die Rote Hilfe schreibt in ihrem Kurzaufruf:

„Bundesweit sehen sich aktive Antifaschist*innen mit einer Vielzahl an Kriminalisierungsversuchen konfrontiert. Ein Ausdruck hiervon sind zahllose Strafverfahren an deren Ende immer öfter Haftstrafen stehen. Bittere Höhepunkte im vergangenen Jahr waren die Inhaftierungen von Jo und Dy in Stuttgart und von Lina in Leipzig. Die militante antifaschistische Praxis gegen Nazis wird juristisch hoch gehängt. Schnell wird ein besonders schwerer Fall des Landfriedensbruchs, eine kriminelle Vereinigung oder gar ein versuchter Totschlag konstruiert. Höchste Zeit für lautstarken Protest gegen diese Verschärfung der Repression.“

Das sehen wir auch so! Daher rufen auch wir alle Antifaschist*innen auf, sich an dieser Demo zu beteiligen und laut und deutlich zu sagen: Antifaschismus kann kein zahnloser Tiger sein! Wir kämpfen, wie es die Situation erfordert – jede*r wie er*sie kann & es sich zutraut! Wir stehen zusammen und lassen uns nicht spalten. Schließlich war der antifaschistische Kampf notwendigerweise immer ein Zusammenspiel vielschichtiger Aktionen & Aufklärung.

 

Der Aufruf der Organisator*innen formuliert es treffend:

„Wir lassen uns von den staatlichen Angriffen nicht einschüchtern und kämpfen weiter. Selbstbestimmter Antifaschismus ist in Zeiten von rechten Mordanschlägen und staatlicher Verstrickungen in rechte Netzwerke nicht nur legitim sondern schlicht und ergreifend lebensnotwendig!“

Den ganzen Aufruf, Infos und Material findet ihr hier: http://notwendig.org/

Alle auf die Straße!

 

Samstag, 20. März um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof (Lautenschlagerstraße)

 

 

 

Netzfunde / Linkschleuder / Über den Tellerrand

Red.act – Revolutionäres Infoportal Stuttgart

Immer up-to-date bleiben, die wichtigsten Infos und Aktionen für Stuttgart und die Region, sowie Einschätzungen und Statements zu aktuellen Ereignissen & Entwicklungen aus revolutionärer Perspektive – das kann red.act!

Ihr findet red.act bei Instagram und bei Facebook – like & share!

 

Podcast zum rassistischen Anschlag von Hanau

Bei Spotify gibt es einen sehr empfehlenswerten Podcast, bei dem in 6 Folgen auf verschiedene Aspekte des Hanau-Anschlags eingegangen wird. Es kommen viele Überlebende und Angehörige der ermordeten Menschen zu Wort. Viel wird gesprochen über das Versagen der Bullen, Rassismus im Allgemeinen, die Rolle der Medien und die Ausbleibenden Konsequenzen nach Hanau bis heute.

Auch wenn der Podcast an manchen Stellen doch etwas staatstragend ist (es ist eine Produktion von SpotifyStudios selbst), können wir ihn sehr empfehlen:

https://open.spotify.com/show/0Z2UJwgGfDnxrIhJpefINW?si=wyHYODtOQtWJQBL-mJMggw&nd=1

Ebenfalls wollen wir noch das Lied „9 Leben“ vom linken Rapper „S.Castro“ empfehlen, das er zum Jahrestag von Hanau veröffentlicht hat: https://www.youtube.com/watch?v=ol-UhY7AITU

 

Redfish – Doku über rechten Terror in Deutschland

Das Medien-Kollektiv Redfish (insgesamt sehr zu empfehlen!) hat eine kurze Doku über die Kontinuität von rechtem Terror in Deutschland gemacht. Gerade für Leute, die mal einen ersten Überblick möchten, sehr empfehlenswert:

https://www.youtube.com/watch?v=NUnb0l-nPHo

 

 

 

Lese-Empfehlungen

„Keine Lösungen. Keine Alternative.“

Heute wollen wir euch hier keinen langen, historischen Text empfehlen, sondern passend zum Wahlkampf-Endspurt und der aktuellen Antifa-Kampagne einen Text unserer Genoss*innen aus Mannheim, in dem sie auf das Wahlprogramm der blauen Faschos der AfD eingehen.

In dem Text geht es nur an wenigen Stellen um die spezifische Situation in Mannheim, also für alle in BaWü und darüber hinaus sehr lesenswert!

 

Hier findet ihr den Text:

https://antifa-kampagne.info/ma-text-keine-loesungen-keine-alternative/

(Gibt‘s auch in Flyer-Form zum Download und selber ausdrucken!)

 

 

Disclaimer:

Wir sind nicht für hier genannte Aktionen oder Texte verantwortlich, außer sie sind explizit als von uns gekennzeichnet. Ebenso können wir keine Haftung für externe Links und Inhalte auf diesen Seiten übernehmen. Die Auswahl der hier geschilderten Sachverhalte erfolgt nicht als eine Art Dokumentation unserer Arbeit, sondern dadurch, was wir in irgend einer Form interessant finden.