Solidarität mit den betroffenen Antifas!

Am frühen Donnerstagmorgen stürmten hunderte Bullen medienwirksam mehrere Wohnungen im Großraum Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen. Ein Antifaschist sitzt seit dem in U-Haft. Vorausgegangen war dem Ganzen eine Auseinandersetzung zwischen Antifas und den Nazis von „Zentrum Automobil“ am Rande einer „Querdenken“-Demo auf dem Wasen. Einer der Faschisten wurde dabei schwerer verletzt. Sowohl die Nazis als auch die Polizei nutzten die Auseinandersetzung für einen Aufschwung ihrer medialen Hetze gegen selbstbestimmten Antifaschismus. Die Presse übernahm ungefiltert die Propaganda von „Zentrum“. Schnell war die Fabel von „Antifas gegen Gewerkschafter“ geboren. Doch bei „Zentrum Automobil“ handelt es sich mit Nichten um eine Gewerkschaft, sondern um ein Sammelbecken Faschisten aller coleur. Die meisten Führungspersonen waren oder sind aktive Nazis und die Kontakte in die militante Naziszene – konkret: ins direkte NSU-Umfeld und zu „Blood&Honor“ – sind lange bekannt. Klar ist auch, dass Leute die – wie die angegriffenen Nazis – bewaffnet mit Schlagringen zu einer Kundgebung kommen, sicherlich nicht auf nette Gespräche oder politische Diskussion aus sind.

Auch wenn manche die Ebene der Auseinandersetzung kritisch sehen – unsere Aufgabe als antifaschistische Bewegung ist es jetzt uns solidarisch mit den Betroffenen zu zeigen. Die Ebenen im Kampf gegen Nazis müssen wir immer wieder aufs neue abwägen, diskutieren und reflektieren. Das allerdings innerhalb der Bewegung und konstruktiv und nicht mit inhaltsleeren Distanzierungsphrasen oder plumpen Links-Rechts-Gleichsetzungen in der Öffentlichkeit.

Denn eins ist klar: unabhängig davon, wie wir zu dieser oder jener Aktion stehen mögen; dieser Angriff des Staates auf einzelne AktivistInnen gilt der gesamten antifaschistischen Bewegung. Daher ist es jetzt an uns auch als gesamte Bewegung zu antworten. Mit der konsequenten Fortführung unseres wichtigen Kampfes gegen Rechte und Reaktionäre und mit konkreter Solidarität für die Betroffenen GenossInnen! #FreeJo