100 Jahre rechter Terror – Veranstaltung mit Robert Andreasch

Nach der Selbstenttarnung des »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) im November 2011 zeigten sich viele überrascht: Neonazis, die abgetaucht sind, Serienmorde, Nagelbombenanschläge und Raubüberfälle begehen? Die gesellschaftliche Ignoranz wurde danach jedoch nicht von einer nachhaltigen Auseinandersetzung mit der Gefahr von rechts abgelöst. Nach dem Mord an Walther Lübcke (Juni 2019) oder den Attentaten in Halle (Oktober 2019) und Hanau (Februar 2020) äußerten sich PolitikerInnen, Sicherheitsbehörden und bürgerliche JournalistInnen erneut überrascht.
Robert Andreasch berichtet über die einhundertjährige Geschichte rechtsterroristischer Gruppen, Netzwerke und Täter in Süddeutschland, von der »Thule-Gesellschaft« über die »Kabus -Gruppe«, die Wehrsportgruppen, die »Deutschen Aktionsgruppen« über den NSU bis zu den Netzwerken von »Combat 18« und »Südkreuz«.
Wie konnten die Attentate jeweils so schnell wieder in Vergessenheit geraten? Welche Konzepte des bewaffneten Kampfes wurden und werden in den hiesigen rechten Szenen diskutiert und umgesetzt? Wie sahen und sehen die gesellschaftlichen Bedingungen jeweils aus? Welche Konsequenzen muss die antifaschistische Bewegung aus den aktuellen Entwicklungen ziehen? Wo muss wirksamer Antifaschismus ansetzen?

In der anschließenden Diskussion versuchen wir mögliche
Antworten auf diese und weitere Fragestellungen zu finden.