Grußwort auf der Flucht-Demo am 9.12.2017

Grußwort der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) Stuttgart

Wir grüßen alle Demo-TeilnehmerInnen! Diese Demonstration ist ein großartiges Zeichen der Solidarität mit geflüchteten Menschen und für eine Welt in der Niemand fliehen muss!

In Deutschland und Europa herrschen unangenehme Zeiten.

Rechte Hetzer sind auf dem Vormarsch. Der Rechtsruck in der Gesellschaft drückt sich hauptsächlich in der rassistischen Stimmung und Angriffen auf Geflüchtete aus. Dahinter steht aber die Krise eines Gesellschaftssystems, das nicht nur ferne Länder in Armut und Kriege stürzt, sondern auch hier für immer mehr Unsicherheit und Perspektivlosigkeit in großen Teilen der Bevölkerung sorgt. Gerade deshalb müssen wir jetzt entschieden klarmachen: Rassismus ist Teil des Problems, nicht der Lösung!

Es ist gut wenn Menschen dieser Stimmung gemeinsam entgegentreten. Es ist zu begrüßen wenn Menschen sich der Arbeit mit und für Geflüchtete widmen. Aber das reicht leider nicht. Die Hetze und der Rassismus, die Attacken und die AfD – sie werden erst gestoppt werden können, wenn wir dem Rechtsruck einen organisierten und schlagkräftigen Antifaschismus entgegensetzen.

Dieser Antifaschismus ist aktive Solidarität mit Geflüchteten. Nur die Arbeit gegen Rechts, ob Nazis oder AfD, kann die Stimmung hier wieder etwas erträglicher machen. Und dafür brauchen wir Menschen wie euch, Menschen die sich für Menschen einsetzen, Geflüchtete die für ihre Rechte eintreten – Eine Gegenbewegung die auch in der Solidarität zwischen Menschen von hier und Menschen, die hier her gekommen sind, wurzelt.

Diese Solidarität ist wichtig und begegnet dem um sich greifenden Rassismus. Dieser soll uns vereinzeln, soll uns spalten. Anstatt, dass wir gegen die Ursachen von Krieg, Hunger, Entlassungen und sozialer Ungerechtigkeit kämpfen, werden uns Sündenböcke vorgesetzt, an denen sich der Unmut über die eigene Lage entladen soll. Anstatt die wahren Verursacher anzugehen, sollen wir aufeinander losgehen. Es ist wichtig für den Erhalt erkämpfter Rechte auf die Straße zu gehen. Wichtig ist jedoch auch das Bewusstsein, dass die Probleme dieser Gesellschaft, Fluchtgründe und Kriege, Soziale Kürzungen und Rassismus nicht einfach wegdemonstriert werden können. Sie wurzeln in einem globalen System der Ausbeutung. Erst wenn wir den Kapitalismus beseitigt haben muss wirklich niemand mehr fliehen!

Organisiert euch; letztlich ist es egal ob im Kampf gegen Krieg, gegen Faschisten, gegen Ausbeutung, für linke Freiräume oder für die Befreiung der Frau – alles das sind Kämpfe die zusammen das gleiche Ziel haben: Das Ziel einer befreiten Gesellschaft!

Für eine Welt in der Niemand fliehen muss. Faschismus bekämpfen.