Antifa statt Extremismusquatsch!

Dokumentation eines Flugblattes der „Initiative Rems-Murr-Nazifrei!“ zu zwei „Gegen Rechts“-Konzerten im Rems-Murr-Kreis:

Gemeinsam feiern und dabei klar Stellung beziehen gegen Rassismus und Nationalismus – Events gegen Rechts sind eine feine Sache! Zu den Unterstützern der aktuellen Aktionswoche „Bunt statt braun“ und dem „Ding gegen Rechts“ gehören aber Einige, die damit noch etwas ganz Anderes bezwecken: Sie spielen sich als die Chefs im Kampf gegen Rechts auf, und machen Stimmung gegen alle selbstorganisierten antifaschistische Aktivitäten, die mehr sind, als ein gelegentliches „Gesicht zeigen“ gegen Rechts.

Der Musiker und Veranstalter vom „Ding gegen Rechts“ Hans Derer stellt im Interview mit dem ZVW am 22.9.2012 klar, dass ihm „Linksextremismus und linke Gewalt genauso zuwider wie rechte Gewalt“ sei. Gemeinsam sprechen sich außerdem der Landrat sowie die Oberbürgermeister und Bürgermeister der Orte im Kreis in einer Erklärung vom 23.11.2011 entschieden gegen „extremistische“ Veranstaltungen Treffen und Kundgebungen jedweder Art im Rems-Murr-Kreis aus – „ganz gleich ob diese von rechts oder links organisiert werden“. Auch das Bundesfamilienministerium mit CDU Politikerin Ministerin Kristina Schröder unterstützt das „Ding gegen rechts“ und „Bunt statt Braun“. Und nicht zufällig ist Schröder mit dem Aufbau von Präventivprogrammen gegen „Linksextremismus“ eine der härtesten Gegnerinnen von antifaschistischer Politik. „Linksextremismus“ ist nichts anderes gemeint, als ein eigenständiges und konsequentes Eintreten gegen Rechts und für eine solidarische Gesellschaft. Und das soll genauso verwerflich sein, wie die Hetze der Nazis?

Extrem daneben: die Extremismus Theorie
Die Gleichsetzung von linker und rechter Politik durch ihre angebliche „Extremstellung“ hat nichts mit der Realität zu tun.

Faschisten teilen Menschen in mehr oder weniger lebenswert ein, verachten Migrantinnen und Migranten, spinnen antisemitische Verschwörungstheorien und begeistern sich für das menschenverachtende Naziregime. Das hat NICHTS gemeinsam mit dem konsequenten antifaschistischen Widerstand dagegen und dem Eintreten für eine menschliche Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung! Auch die angeblich so „gute und neutrale Mitte“ zwischen den beiden Extremen dieser Theorie ist nichts als ein Hirngespinst. Woher kommen denn rassistische Äußerungen im Alltag? Woran knüpfen die rechten Gedanken von einer starken Nation und der Hass auf die sozial Schwachen denn an? Natürlich an Gedankengut, dass sich schon in der Mitte der Gesellschaft zunehmend breit macht!

Der Sozialwissenschaftler Prof. Held aus Tübingen, hat in einer Studie über rechte Tendenzen im Rems-Murr-Kreis geschrieben: „Demokratische Mitte teilt rechtsextreme Gedanken“! Das heißt, dass die Grundlagen des Nazi-Gedankengutes sich schon dort finden lassen, wo Migrantinnen und Migranten ganz alltäglich schikaniert, belächelt, ausgegrenzt und abgeschoben werden. Dort wo der angeblich so harmlose Patriotismus voll im Trend ist und Menschen völlig selbstverständlich nach ihrer Leistungsfähigkeit bewertet werden – kurz: in der Mitte der Gesellschaft!

Wer wirklich etwas gegen Nazis und rechtes Gedankengut unternehmen will, darf sich nicht vom „Links = Rechts“-Denken einlullen lassen. Stattdessen: Werdet selber aktiv gegen rechtes Gedankengut, dumme Stammtischparolen und Nazis im Rems-Murr-Kreis! Wir, das Bündnis „Rems-Murr nazifrei!“ laden euch dazu ein, den Rechten im Kreis gemeinsam mit uns kreativ und entschlossen etwas entgegenzusetzen. Für ein solidarisches Zusammenleben wollen wir mit regelmäßigen Demos, Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Konzerten in die Öffentlichkeit gehen – ganz unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Leistungsvermögen, oder Geschlecht.

BILD dir deine Meinung – SELBER!
Antifaschistisch in die Zukunft!